Bebauung des Forettle

Bebauung ForettleWer mit dem Zug reist, sieht das Land von „hinten“. Das ist selten eine attraktive Ansicht. Wer Gewerbegebiete betritt, sieht die Stadt von „hinten“. Auch das sind keine Eindrücke für den Fremdenverkehrsprospekt. Das war wohl schon immer so. Kaufbeurens traditionelles Gewerbegebiet lag zwischen dem Mühlbach und der Wertach – das Forettle. Das Wasser war notwendig für die Mühlen, Sägen und Handwerksbetriebe, namentlich für die vielen Färbereien. Die Textilien, die von den Webern oder der Fabrik produziert wurden, wurden hier veredelt. Dazu gab es einen eigenen Haustyp, das Färberhaus mit hohen offenen Dachböden und weit vorragenden Dächern. Darunter hingen die bunten Stoffbahnen zum Trocknen. Die in der Denkmalliste aufgeführten Färberhäuser sind auf dem Plan mit einer Nadel gekennzeichnet.

Kaufbeuren lebt heute nicht mehr von der Textilherstellung, eher schon von der Dienstleistungsbranche. Deswegen ist auch gar nichts gegen die Bebauung durch Ärztehäuser und Einkaufsmärkte einzuwenden. Auch hier muss das Gebäude funktional sein. Das Problem beginnt aber mit den Dimensionen. Großmärkte, die von nichtortsansässigen Unternehmern oder Handelsketten betrieben werden, werden oft rücksichtslos und nur den Gesetzen der Rentabilität gehorchend gegebenen Strukturen übergestülpt. Die Architektur ist anspruchslos, billig und brutal. Es wäre schlimm, wenn das auch die Zukunft des Forettle wäre. Dabei gibt es auch in unserer Stadt viele Beispiele guten zeitgenössischen Bauens. Bestehen wir wenigstens für diesen Teil des Altstadtrandes auf einer Bebauung, die den Namen Architektur verdient!

 

Bebauung Forettle

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