Wetterfahne aus Ketterschwang

Alles neu macht der Mai. Dieses Jahr dauert es zwar besonders lang, aber die Natur geht schon - wenn auch zeitverzögert - ihren gewohnten Gang.

Die Säfte steigen, die Bäume und Büsche putzen sich heraus, die Hormone machen sich bemerkbar. Imponiergehabe ist gefragt, man muss ja schließlich zeigen, was in einem steckt.

In Ketterschwang hat vor Jahrhunderten Matthäus Klostermair, der berühmte "Bayerische Hiasl" beweisen wollen, was man von einem verehrten Volkshelden erwarten kann. Der lokalen Überlieferung nach saß er mit seinem Männern in der Stube der heutigen Gastwirtschaft Brem und sagte zum Wirt: "Wirt, in die Fahne gehört ein Auge!", nahm seinen Stutzen und schoss durchs Fenster vom Tisch aus das Loch in die Wetterfahne des zur Landstraße hin gelegenen Hauses.

Auch Räuberhauptmänner müssen hin und wieder beweisen, dass sie zurecht gefürchtet werden. Aber vielleicht waren es auch nur Frühlingsgefühle.   (U.Klinkert)


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